Reptilien Haltungsbedingungen

Reptilien Haltungsbedingungen

Das Hobby der Reptilienhaltung ist im Laufe der Jahre immer wieder von Tierschutz- und Tierschutzgruppen bedroht worden, die die Reptilienhaltung und die Einfuhr von Reptilien verbieten wollen. Diese Studie untersucht einige der am häufigsten verwendeten Aussagen und Nachweise, die von verschiedenen Gruppen zusammengestellt wurden, und vergleicht sie mit Fakten, die aktuell und richtig erforscht sind. Um zu helfen, einige der Aussagen zu zerstreuen, wurde ein Fragebogen entworfen und unter der Reptilien-Gemeinde verteilt, der spezifische Fragen stellte, um auf wichtige Interessensgebiete abzuzielen, die neue Beweise erforderten. Die einmal analysierten Ergebnisse zerstreuten eine Reihe von häufig von Tiergruppen verwendeten Aussagen und bestätigten auch einige bereits bestehende Gegenargumente. Die Ergebnisse zeigten, dass die Sterblichkeitsziffern viel niedriger waren als von den Gruppen angegeben, die Möglichkeit, Betreuungshilfen so einfach zu finden und dass Salmonellen für den Menschen kein so großes Gesundheitsrisiko darstellen.

Die altbekannte Cites-Bescheinigung für alle sogenannten WA-II / C2 Tiere wurde im Juli 1997 abgelöst. Es reicht jetzt aus, daß der Händler die Herkunft formlos bestätigt. Aus der Herkunftsbestätigung muß hervorgehen, ob das Tier aus einer Nachzucht stammt oder aus einer Einfuhr, in diesem Fall mit Einfuhrgenehmigungsnummer und Exportland. Eine EU-Bescheinigung ist erforderlich für alle Arten und werden nur für gekennzeichnete Tiere angefertigt. Dazu gehören unter anderem alle Europäischen Landschildkröten, sowie einige Riesenschlangen und Echsen. Eine genaue Liste ist bei jedem Regierungspräsidium erhältlich.

Reptilien Haltungsbedingungen

Klimatisierung und Beleuchtung

Reptilien sind wechselwarme Tiere, deren Lebensfunktionen in hohem Maße von den Umweltbedingungen abhängen. Demzufolge ist eine den natürlichen Verhältnissen entsprechende Klimatisierung der Gehege für ihre erfolgreiche Pflege und Zucht von ent­ scheidender Bedeutung. Um das zu gewährleisten, ist entsprechend der artspezifischen Be­dürfnisse in der Regel ein Temperaturgefälle im Haltungssystem und eine Nachtabsenkung der Umgebungstemperatur notwendig. Die Spannbreite dieser Minimal- und Maximal­ temperatur sowie die Vorzugstemperatur können sehr verschieden sein; Hinweise dazu werden im speziellen Teil gegeben. Insbesondere muß berücksichtigt werden, daß viele Reptilien thermoregulatorische Verhaltensweisen besitzen, die es ihnen ermöglichen, wäh­rend der Aktivität eine mehr oder weniger konstante Körpertemperatur aufrecht zu erhalten.

Für bestimmte Arten ist auch die mit Licht gekoppelte Strahlungswärme wichtig. Auf die Verwendung geeigneter Lampen/Leuchtstoffröhren und die sachgerechte Anbringung ist zu achten (u. a. wegen Verbrennungsgefahr). Die Beleuchtungsintensität hat für die Aktivi­ tät, die Färbung und die Gesundheit Bedeutung.

Zwei weiterere wichtige Faktoren für die Gesunderhaltung der Reptilien sind die Luft- und die Substratfeuchtigkeit. Einzelheiten sind im speziellen Teil dargelegt.

Alle Umweltfaktoren sollen den natürlichen Verhältnissen der Herkunftsbiotope weitestge­ hend entsprechen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß nicht nur das Makroklima, d. h. die aus einem Klimaatlas gewonnenen Daten, sondern vor allem das Mikroklima. Geeignete Geräte zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen vorhanden sein.

2. Ernährung

Zu gewährleisten ist eine der jeweiligen Art adäquate Ernährung. Das eingesetzte Futter muß einen den Ernährungsbedürfnissen entsprechenden Gehalt an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen aufweisen. Für Möglichkeiten einer artgemäßen Wasseraufnahme ist zu sorgen.

3. Terrariengestaltung

Die Gehegegestaltung bzw. die Infrastruktur des künstlichen Lebensraumes muß sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Art orientieren (z. B. Graben, Wühlen, Klettern, Schwimmen). Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:

  • Geeignetes Bodensubstrat in genügender Höhe
  • Versteckmöglichkeit
  • Wasserbecken, Badebecken
  • Klettermöglichkeiten (Felsen, Äste, Zweige) in geeigneter Größe und Dimen­sion
  • Bepflanzung zur Herbeiführung eines geeigneten Mikroklimas, als Versteck­
  • Bei Haltung geschlechtsreifer eierlegender Weibchen spezielle Eiablagemöglichkeit.

4. Vergesellschaftung

Um sozialen Streß bei Paar- und Gruppenhaltung zu vermeiden, muß auf die natürliche So­ zialstruktur geachtet werden, wobei im Terrarium jedoch nicht immer die natürliche Sozi­ alstruktur, z. B. mit einem dominanten und mehreren rangniederen Männchen in einer Gruppe, möglich ist. Es kann erforderlich sein, mehrere Futterstellen einzu­ richten. Eine Vergesellschaftung verschiedener Arten mit gleichen Biotopansprüchen ist möglich; die Tiere dürfen sich jedoch gegenseitig nicht negativ beeinflussen.

5. Terrariengröße

Allgemeingültige Angaben zur Gehegegröße können nicht gemacht werden. Die Maße sollten sich auf die Kopf-Rumpf-Länge, Körperlänge oder Panzerlänge beziehen und den natürlichen Bewegungsbedarf angemessen berücksichtigen.

Sind bauliche Veränderungen zur Erfüllung der Richtwerte nötig, so ist dies bei der Festle­ gung von Übergangszeiten entsprechend zu berücksichtigen. Bei größeren Um- und Neu­ bauten ist von ca. 5 Jahren, von Planungsbeginn an, auszugehen.

6. Pflege

Eine artgemäße Pflege schließt Grundnormen der Sauberkeit und Hygiene, eine regelmä­ ßige Gesundheitskontrolle und erforderlich werdende Behandlungsmaßnahmen ein.

7. Sonderbedingungen

Für Quarantäne und Behandlung erkrankter Tiere sowie bei der Simulation von Ruhepha­ sen und der Aufzucht von Jungtieren können besondere Haltungsbedingungen erforderlich sein. Für die vorübergende Haltung von Reptilien im Groß- und Einzelhandel sind die unter Punkt III.1 aufgeführten Ausnahmen bei der Raumzumessung und der sozialen Zusammensetzung tolerierbar. Anforderungen an die Haltung im Rahmen von Reptilienbörsen sind unter Punkt III.2 dargestellt.

Reptilien HaltungsbedingungenChamaeleons:

Einrichtung des Terrariums: erdiger Bodengrund, viel Grünzeug als Sichtschutz und Vesteckmöglichkeit Bei der Aufzucht von Jungtieren empfiehlt sich eine ganz enge Haltung

Echsen:

Einrichtung des Terrariums: erdiger Bodengrund, viele Kletteräste, großes Badebecken, Verstecke

Boas:

Einrichtung des Terrariums: Repti-Wood oder ähnliches, Kletteräste Badebecken, Verstecke. Bei größeren Exemplaren nimmt die Kletterfreudigkeit ab.

Pythons:

Einrichtung des Terrariums: Repti-Wood oder ähnliches, Kletteräste Badebecken, Verstecke. Bei größeren Exemplaren nimmt die Kletterfreudigkeit ab.

Baumbewohnende Boiden:

Einrichtung des Terrariums: dichte Bepflanzung, Äste einkleben, hohe Luftfeuchtigkeit. Nicht unbedingt Anfängertiere!

Kletternattern:

Einrichtung des Terrariums: Repti-Wood fine oder ähnliches, Kletteräste, Versteckhöhle und Badebecken

Königsnattern:

Einrichtung des Terrariums: siehe Kletternattern ohne Kletteräste, dafür mehrere Verstecke. Bei gewissen Arten empfiehlt sich Einzelhaltung.

Landschildkröten:

Einrichtung des Terrariums: Sonnenplätze, Versteckmöglichkeiten, Futterschale, Wasserschale, bei manchen Arten ist eine Freilandhaltung möglich und auch anzustreben.

Sonstiges:

Bei allen Echsen wird eine ausreichende UV-Beleuchtung, sowie bei allen Tieren eine ausreichende Beheizung vorausgesetzt.